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Christliche Exerzitien und Kontemplation

Die christliche Tradition bietet einen großen Schatz an geistlichen Übungen, die dem Menschen tiefgreifende Erfahrungen ermöglichen und Orientierung auf seinem Weg geben können.

Christliche Exerzitien

Exerzitien sind geistliche Übungen, die einen Umformungsprozess im Menschen initiieren wollen. Es ist ein Weg des Wachstums, auf den sich der Mensch begeben kann, um seine Spiritualität zu finden und zu festigen. Hierdurch entsteht Halt und Orientierung, ein Kompass für den Lebensalltag.

In Exerzitien begibt sich der Mensch auf den Weg zum Geheimnis Gottes. Es ist ein Erleben und Verstehen, was Christsein im tiefsten Sinne für den Einzelnen bedeutet. In Aufmerksamkeit und Achtsamkeit findet man zu dem, was einem hilft, das zu werden, als was man von Gott gedacht ist. Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis beschreiben dabei den gleichen Prozess.

Die lange Tradition der christlichen Exerzitien geht bis ins 4. Jahrhundert zurück. Sie entfaltete sich in den verschiedenen Ordensgemeinschaften, wodurch sich ein Reichtum an Formen geistlicher Übungen entwickelte. Besonders der spanische Jesuit Ignatius von Loyola gab im 16. Jahrhundert den christlichen Exerzitien seine besondere Prägung.

Kontemplation

Kontemplation lässt den Menschen über sich selbst hinauswachsen. Sie bedeutet im christlichen Sinne, mit Gott vereint zu sein. Viele christliche Mystikerinnen und Mystiker versuchten, diese Erfahrung in Worte zu fassen. Kontemplation kann nicht erzeugt, schon gar nicht erzwungen werden. Sie ist ein Geschenk. Dennoch gibt es Übungen, die auf eine Kontemplation hin vorbereiten.

In der Tradition der lectio divina, der betenden Lesung der Bibel, entwickelten sich vier Stufen, an deren Ende die Kontemplation steht. Der Kartäusermönch Guigo beschrieb im 12. Jahrhundert diese Stufen als Leiter zu Gott und unterschied dabei lectio (Lesung), meditatio (Meditation), oratio (Gebet) und contemplatio (Kontemplation).

Während lectio das sorgfältige Lesen einer Textstelle aus der Heiligen Schrift bedeutet, meint meditatio das Besinnen auf das gelesene Wort, um die verborgene Wahrheit durch die eigene Vernunft aufzudecken. Auf das Wort, das den Menschen dabei anspricht, antwortet er in seinen eigenen Worten, im Gebet (oratio). Die drei Stufen lectio, meditatio und oratio sind die Vorbereitung für die vierte Stufe, die geschenkte contemplatio.

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